Schlag 23:00 Uhr legt der Mitternachtsreigen los und geleitet euch mehr oder weniger, also eher weniger sanft in sommerliche Nachtruhe. Aber bevor ihr euch aufs Ohr haut, hauen neue und nicht ganz so neue Tracks eine geschlagene Stunde lang drauf. Wozu denn sonst ist im Ohr ein Trommel-Fell, wenn nicht dafür, dass Simon Carter, Mildreda oder KMFDM drauf trommeln? Die Beats per Minute übertreffen den Ruhepuls um Längen, die Body Music versetzt naturgemäß den ganzen Körper, egal ob Techno Body oder Electronic Body in Bewegung. Unser Vorschlag dazu ist, lasst euch von Beats und Bass ruhig in Richtung Mitternacht prügeln, das tut nicht weh und im besten Fall seid ihr dann so durchgetanzt, dass ihr euch ein wenig Ruhe nach dem Sturm verdient habt.
Das M’ERA LUNA 2026 ist Geschichte, doch die Musik und die Eindrücke bleiben noch. Rund 25.000 Besucherinnen und Besucher kamen am Wochenende zum ausverkauften Festival auf dem Flugplatz Hildesheim-Drispenstedt. Begleitet wurde das Festival von hochsommerlichen Temperaturen, die der Stimmung auf dem Gelände jedoch keinen Abbruch taten. Zwei Tage lang standen 40 Acts auf Main Stage und Club Stage, dazu gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Nach grpßartigen Auftritten von In Extremo, OMD, IAMX, Front Line Assembly oder Combichrist endete ein Wochenende, das die ganze stilistische Bandbreite der Schwarzen Szene abbildete, von Gothic und Dark Wave über EBM und Synthpop bis hin zu Metal und elektronischer Musik. Doch auch zwischen den großen Bühnenmomenten zeigte sich, wie breit das Konzept inzwischen aufgestellt ist. Lesungen, ein Vortrag der Kriminalpsychologin und Autorin Lydia Benecke, DJ-Sets, Workshops, die Gothic Fashion Show und der Mittelaltermarkt ergänzten das Konzertprogramm.
Rein grammatikalisch betrachtet ist die Vergangenheit vergangen, die Gegenwart präsent; die Grammatik der 80er Jahre verhält sich aber ein wenig anders. Da ist Vergangenes immer noch allgegenwärtig, die Gegenwart scheint in der Vergangenheit festzusitzen, die Zukunft ist jetzt. Ein schneller Zeitenwechsel ist in den vergangenen 40, 50 Jahren vonstatten gegangen, ein Generationswechsel hat stattgefunden, und doch existieren die unterschiedlichen Zeitformen ganz harmonisch nebeneinander und ineinander. Postpunk gab’s doch schon immer und gibt’s nun doch wieder neu. Dark Wave, ein Phänomen der 80ies, schwingt zeitlos aus dem Gestern ins Heute und Morgen. Die Zeiten verschwimmen. Alles ist im Jetzt.
20 Jahre AMPHI FESTIVAL – 20 Jahre Amphi Familie – 20 Jahre Lieblingsbands! Das Amphi feiert 2026 sein zwanzigjähriges Bestehen und lädt die schwarze Szene erneut an den Kölner Tanzbrunnen. Bei bestem Sommerwetter fanden sich über 12.000 Besucher auf dem weitläufigen Areal ein. Von den ikonischen Bühnen über die vielfältigen Food- und Marktstände bis hin zum Beachclub mit Blick auf den Kölner Dom – jeder Aspekt des Amphi Festivals ist darauf ausgerichtet ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Zum Jubiläum dürfen sie nicht fehlen: Bands, die das Amphi Festival geprägt haben und tatsächlich schon das eine oder andere Mal hier auf der Bühne standen. Aber genau deshalb gehören sie auch zu diesem besonderen Jahr – weil sie Teil der Amphi Geschichte sind und für viele unvergessliche Momente gesorgt haben. Gleichzeitig bringen so manche Künstler frischen Wind ins Programm, sei es, dass sie zum allerersten Mal dabei sind, sei es, dass sie nach vielen Jahren ihr Comeback in Köln feien.
Oh, ganz Salzburg befindet sich gerade im Kulturfimmel, also will auch der Mitternachtsreigen sein Scherflein dazu beitragen. Wir bauen im Nonntal einen Soundgarten, voll mit wunderschön ausgearbeiteten Klangskulpturen. Bildhauer treten hier nicht auf, vielmehr In-Die-Tasten-Hauer. Sie spielen Synthesizer und lustwandeln tänzelnd durch halcyonische Gebilde, die einen fast von allein mit den kunstvollen Melodiegemischen eins werden lassen, gleichsam synchronisieren. Zartes Indigo belebt die Szenerie, gekonnt auf die musikalische Leinwand aufgetragen von SIIE, Lakeside X’s Nightrider fügt sich neben anderen Figuren wie selbstverständlich in die fein klingende Umgebung ein. Das ist nicht einfach Kultur, das ist Cool-tur.
Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten. Rumms, da knallt der Hammer auf die Theke. Mitternachtsreigen bietet heute eine ordentliche VerSteigerung: Die Beats per Minute rasseln in die Höhe, pumpende Bässe pochen auf ihr Recht den Floor und die Boxen zum Beben zu bringen, fiese Snares und verzerrte Vocals zerreißen von flirrenden Strobos begleitet den Ansatz von Nachtruhe, ein Rhythmus, der einen hemmungslos auf den Dancefloor prügelt. Und ihr kriegt das einfach so um die Ohren, Fractiles, Mildreda oder Super Dragon Punch!! versammeln sich in Mitternachtsreigens Auktion, ein Titel nach dem anderen wird aufgerufen, nur dass hier nicht die Gebote ansteigen, sondern möglicherweise der Schallpegel.
Willkommen im Schwarzen Sommerloch. Wenn einem der rote Faden fehlt, so nimmt man halt einen schwarzen. Mitternachtsreigen hat „Stuff“-Woche, der echte, gute Juli-Stoff kommt aber erst als Bonus am Monatsende (Spoiler: Amphi!). So frettet sich eben irgendwer irgendwo im Sommer durch allerlei sommerliche Assoziationen, serviert coolen Summer Wine, denkt bei „Eiszeit“ sofort an Schoko-Vanille und liegt am Ende des Tages dann doch lieber „Under The Gothic Moon“ als in der prallen Sonne – und hört Mitternachtsreigen.
Aufgewärmt hat uns die Sommersonne nun genug, jetzt wärmen wir erst einmal, so wie jeden Monatsanfang, die coolen 80ies, Wave und Artverwandtes auf. Und wenn Oma meint, aufgewärmt sei nur ein Gulasch gut, so treten heute alte und junge Künstler, oft gehörte und ganz neue Tracks den Gegenbeweis an. Es ist keinesfalls ein schales Klangsüppchen, das euch kredenzt wird – die Tracks, die heute auf dem Programm stehen, strotzen (immer noch) vor Originalität, vor Kreativität und vor ganz viel wundervoller 80er Patina. Alte Hasen wie The Cure oder Death Cult messen sich mit musikalischen mehr-oder-weniger-Jungspunden wie Lebanon Hanover oder Abu Nein. Da macht es gefühlt keinen Unterschied, ob aufgewärmt oder frisch zusammengekocht - für die 80s Sounds können wir uns auf jeden Fall erwärmen.
It's Pride Month! Allenthalben gehen Menschen im Juni in Regenbogenfarben mit bunten Fahnen auf die Straßen, setzen mit ihren Demonstrationen ein unüberseh- und unüberhörbares Statement für Sichtbarkeit, ziehen in friedlichem Protest gegen Diskriminierung und mit lauten Einfordern der Gleichberechtigung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen (LGBTIQ) durch die Städte. Auch wenn der Charakter dieser Paraden oft als ein buntes Fest der Lebensfreude wahrgenommen wird, bleibt der Protest im Fokus, da queere Rechte weltweit weiterhin verteidigt werden müssen. Dass derlei bunte Paraden auch nicht spurlos an der sonst so monochrom Schwarzen Szene vorübergehen, beweist die große Zahl queerer Künstler unter Gothics. Innerhalb unserer Randgruppe hat man wohl Möglichkeiten sein Anderssein, nein, sein Sein ungehemmt auszuleben. Und dies präsentiert euer Mitternachtsreigen heute und lässt Electrosexual, VAEIN, Christian Death und noch mehr eine klangvolle Parade feiern.
Harsh Electro. Aggro-Tech. Hellectro. Industrial Noise. Techno Body Music. Zugegeben, das hört sich alles ganz schön wild, fies, böse an. Aber beruhigt euch, ist Etikettenschwindel. Klar treten die Tracks ganz ohne anzuklopfen die Tür ein, hämmern einen brutal auf dem Dancefloor fest, aber das wollen wir doch so! Und ganz genau, wenn Chainreactor losröhrt, wenn Empirion rotes Rauschen erzeugt, erzeugt das zugleich in uns große Begeisterung und den blanken Wunsch nach mehr Lärm. Nach richtig gutem Beat. Nach Bewegung, nach Tanzen. So kann Ent-Spannung auch klingen, da rumpelt es so richtig nett hier.